Wenn heute vom Kalender gesprochen wird, ist in der Regel der gregorianische Kalender gemeint; er ist auch das international anerkannte Kalendersystem. Er wurde nach Papst Gregor XIII benannt, der ihn im Februar 1582 einführte und es ist ein Sonnenkalender (im Gegensatz zu Mondkalendern).

Das Wort "Woche" hat indogermanische Wurzeln und ist mit den Worten "weichen" und "Wechsel" verwandt.

 



Uhr im Kölner Dom

Sonnenuhr

 

Daraus entwickelte sich mit der Zeit die Bedeutung Reihenfolge (in der Zeit), regelmäßig wiederkehrender Zeitabschnitt. Der Begriff ist verbunden mit der Beobachtung des Mondwechsels, der eine sieben-, manchmal auch achttägige Woche umfasst. Quellen aus vorchristlicher Zeit sprechen von einer achttägigen Woche - vermutlich der Ursprung für unsere heutige Redensart von acht Tagen die Woche.

Im 2. Jahrhundert vor Christus wurden die Dekaden (zehntägige Woche) von der siebentägigen Woche verdrängt, die aus Alexandrien nach Griechenland kam und deren Tage nach den Planeten benannt waren. Die vierzehntägige Zeit zwischen Vollmond und Neumond wird in zwei gleiche Hälften geteilt - die sieben Tage der Woche sind das Ergebnis.

Spätestens zum Ausgang des 3. Jahrhunderts nach Christus war die siebentägige Woche auch bei den Christen üblich. Ab dem 3. Jahrhundert setzte sich der Sonntag als der erste Tag der Woche durch. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest, d.h. von der Auferstehung her ergab die Woche, das menschliche Leben in der Zeit seinen Sinn. Jeder Freitag erinnert an den Karfreitag.

Die heute oft übliche säkulare Sicht auf den Montag als Wochenbeginn geht allerdings ebenfalls auf eine alte Tradition zurück, weil der Sonntag etwas "außer Konkurrenz" kein gewöhnlicher Wochentag ist. Der Sonntag als fester Bestandteil des Wochenendes hat sich im Sprachgebrauch heute etabliert. Und inzwischen ist die 7-Tage-Woche sogar in einer Norm festgelegt (ISO-Standard 8601), die den Montag als ersten Tag der Woche definiert.

Die Wurzel der heute verwendeten Namen für die Wochentage liegt in der babylonischen Kultur, denn hier wurde jedem Wochentag ein durch einen Himmelskörper verkörperter Gott zugewiesen. Die Griechen und Römer übernahmen den Brauch, die Germanen ersetzten die Namen später teilweise durch ihre eigenen Gottheiten:

Der Montag galt als der Tag des Mondes.
Der Dienstag ist Mars gewidmet, dessen Gott dem germanischen Gott Tyr entspricht, woher sich Dienstag ableitet (im Englischen bis heute besser erkennbar: Tuesday).
Der Mittwoch wurde von seinen ursprünglichen Wurzeln getrennt (Bezug auf den germanischen Gott Wodan; im Englischen noch erkennbar: Wednesday). Er wurde sehr pragmatisch nach dem "Bergfest" der Woche benannt, d.h. es ist die Mitte der Woche.

 



(C) Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de

Der Donnerstag verweist auf Donar, die germanische Entsprechung des römischen Gottes Jupiter.
Der Freitag galt ursprünglich der Venus, die mit der germanischen Göttin Frija (Frigg) gleichgesetzt wurde.
Anders als die bisherigen Wochentage geht der Samstag inzwischen zurück auf den jüdischen Sabbath; ursprünglich galt er als der Tag des Saturn (heute noch im Englischen gut erkennbar: Saturday).
Der Sonntag ist der Tag des Sonne, bei den Römern noch dem Sonnengott Sol zugeordnet.

Im Alltag geht dieser Hintergrund oft unter, wenn uns der Kalender und die Termine wieder fest im Griff haben ...


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