Ordensleben erscheint vielen heute fremd. Doch immer wieder wählen Menschen den Weg der Nachfolge Christi im Orden und wollen die Liebe Jesu für andere erfahrbar werden lassen. Das Ordensleben der Franziskaner ruht dabei auf 3 Säulen: spirituell-religiöses Leben, berufliche Tätigkeit und Leben in Gemeinschaft. Unseres Herrn Jesu Christi Lehre und Fußspuren zu folgen – Franziskaner stellen sich immer wieder den gesellschaftlichen, kirchlichen und sozialen Herausforderungen. Arbeitsfelder sind u.a. Seelsorge, Dienst an sozialen Randgruppen, Schule/ Erziehung, Engagement für Gerechtigkeit und Frieden. 1221 kamen die ersten Brüder ins Rheinland; 800 Jahre später kommen drei indische Brüder nach Köln.

 



Das Logo des neuen Franziskaner-
Konvents in Köln-Weiler


Basilika San Francesco
in Assisi / Italien


Basilika Santa Chiara
in Assisi / Italien

 

Franziskaner sind in 117 Ländern mit 13.233 bekennenden Mitgliedern auf der ganzen Welt präsent. Wir selbst gehören zur Indischen Franziskaner-Provinz, deren Provinzialat in Bangalore, Südindien, liegt. 1948 gründeten niederländische Franziskaner das erste Haus in Bangalore. Die Franziskanerprovinz St. Thomas der Apostel in Indien wurde offiziell am 12. März 1985 errichtet. Schon während der portugiesischen Zeit gab es zwei vollwertige unabhängige Franziskanerprovinzen in Goa: Provinz St. Thomas, die 1612, und die Provinz der Mutter Gottes, die 1622 errichtet wurde. 2008 wurde die Franziskanerprovinz St. Thomas der Apostel in Indien umstrukturiert und schuf zwei weitere Einheiten in Indien, mit einer abhängigen Kustodie (Region) in Nordindien und einer abhängigen Fundation in Nordostindien. Zurzeit besteht die Provinz aus über 200 Brüdern und viele Novizen sind in der Ausbildung.

Köln-Weiler ist nicht die erste Einrichtung der Indischen Franziskaner in Deutschland. Seit 2014 gibt es indische Franziskaner in zwei Gemeinschaften im Bistum Osnabrück. Diese Brüder sind im pastoralen Bereich und in der Schulseelsorge tätig.

In Köln-Weiler hatten wir einen traurigen Start, da einer der für den neuen Konvent ernannten Mitbrüder an Corona verstorben ist. Seinen Dienst nimmt übergangsweise Dr. Johns wahr, bis Bruder Sahaya Dass Joseph, 40 Jahre alt, der sich derzeit für seine Aufgaben im Sendungsraum Köln Nord vorbereitet, gegen Ende dieses Jahres als dauerhafter Bruder unser Team ergänzen wird. Das dritte Mitglied der Gemeinschaft ist Bruder Ranjith Thumma Reddy. Er stammt aus dem Bundesstaat Telengana und ist 32 Jahre alt. Ich selbst war 15 Jahre in der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn tätig, bevor ich in die Seelsorge wechselte. Ich freue mich, künftig hier im Kölner Norden die neue Gemeinschaft zu leiten und als Pfarrvikar in der Kirchengemeinde zu arbeiten.

Franziskanisch leben bedeutet für uns: Wir wollen auf die Menschen ganz offen zugehen und für die Menschen geschwisterlich da sein; wir lassen uns von der Armut berühren, wenden uns gezielt den Armen zu, treten für ihre Rechte ein, geben Ausgegrenzten und Benachteiligten neue Lebenschancen und wir entwickeln mit den Menschen neue Wege, das Leben lebenswerter zu machen. Als indische Brüder wollen wir die Weite der Katholizität der Kirche erfahrbar machen: wir pflegen den Schatz der Spiritualität Indiens und teilen ihn mit allen; wir fördern den interkulturellen und -religiösen Dialog und die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern; wir setzen uns für die Bewahrung der Schöpfung und für nach-haltiges Handeln ein; wir suchen das Gespräch mit allen Menschen, ermutigen zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft und erproben neue Formen des Glaubens.

 



Bruder Francis Kaviyil



Bruder Ranjith Thumma Reddy



Bruder Dr. Johns Avuppadan

Unser Zuhause ist die Welt: Deshalb sind wir weltoffen und teilen mit allen unser Leben. Dabei lassen wir uns von der Liebe Gottes, der Freude des Evangeliums und der Kreativität des Hl. Geistes leiten. Unser Gruß ist Programm: pace e bene - Frieden und Wohlergehen für alle Geschöpfe.

[Fotos: Kirsten Gerwens]


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