
Darstellung in der Pescher
Elisabethkirche:
Das Matthäus-Evangelium wird
immer mit dem Symbol eines
Menschen dargestellt.
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Mit dem 1. Advent beginnt in unserer katholischen Kirche nicht nur ein neues Kirchenjahr, sondern auch ein neues Lesejahr. Für unsere Gemeinde hier im Kölner Norden heißt das: Wir machen uns gemeinsam auf den Weg durch das Lesejahr A, das uns in besonderer Weise mit dem Evangelium nach Matthäus begleiten wird – Sonntag für Sonntag, im Gottesdienst, in der Predigt und im persönlichen Nachdenken über Gottes Wort.
Warum gibt es die Lesejahre A, B und C?
Die katholische Kirche hat sich bewusst für eine dreijährige Leseordnung entschieden. Sie trägt den Buchstaben A, B und C und folgt einem großen Anliegen:
Das Wort Gottes soll nicht nur punktuell, sondern in seiner ganzen Fülle erklingen.
In diesen drei Jahren hören wir schwerpunktmäßig:
• im Lesejahr A aus dem Evangelium nach Matthäus,
• im Lesejahr B aus dem Markusevangelium,
• im Lesejahr C aus dem Lukasevangelium.
Texte aus dem Johannesevangelium begleiten uns ergänzend, besonders in der Osterzeit und an hohen Festtagen.
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So wird der „Tisch des Wortes“ reich gedeckt – und wir als Gemeinde sind eingeladen, Jesus immer wieder aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.
Warum beginnt alles mit dem Advent?
Anders als das bürgerliche Jahr beginnt das Kirchenjahr nicht am 1. Januar, sondern mit dem Advent. Das ist kein Zufall: Der Advent ist eine Zeit des Wartens, der Sehnsucht und der Hoffnung – Erfahrungen, die auch viele Menschen hier bei uns im Kölner Norden kennen.
Das Kirchenjahr richtet sich am Leben Jesu aus: von der Erwartung seiner Geburt über sein Wirken, sein Leiden und seine Auferstehung bis hin zur Sendung der Kirche. So treten wir jedes Jahr neu in diese Geschichte ein – und lassen sie unser eigenes Leben berühren.
Seit wann gibt es diese Lesejahre?
Die heutige Leseordnung wurde im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils eingeführt und gilt seit 1970. Ziel war es, den Gläubigen deutlich mehr biblische Texte zu erschließen – nicht nur einzelne Verse, sondern größere Zusammenhänge.
Gerade für lebendige Gemeinden wie die unsere ist das ein großer Gewinn: Gottes Wort wird vielfältiger gehört, bedacht und im gemeinsamen Feiern vertieft.
Was prägt das Lesejahr A?
Im Mittelpunkt des Lesejahres A steht das Evangelium nach Matthäus. Es ist ein Evangelium, das besonders deutlich zeigt, wie sehr Jesus in der Geschichte Israels verwurzelt ist – und zugleich neue Wege eröffnet.
Matthäus zeigt Jesus:
• als den Lehrer, der Orientierung gibt,
• als den neuen Mose, der in der Bergpredigt Maßstäbe für ein gelingendes Leben setzt,
• als den Immanuel – Gott mit uns, mitten im Alltag der Menschen.
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Gerade Texte wie die Bergpredigt, die Gleichnisse vom Himmelreich oder Jesu Worte über Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Nächstenliebe sprechen auch in unsere heutige Situation hinein – hier bei uns, zwischen Stadtteilen, Familien, Schulen, Arbeitsplätzen und sozialen Herausforderungen.
Wer war Matthäus – und was wollte er weitergeben?
Der Evangelist Matthäus wird traditionell mit dem Zöllner Matthäus in Verbindung gebracht – einem Menschen am Rand der Gesellschaft, den Jesus in seine Nachfolge ruft. Sein Evangelium richtet sich wohl an eine Gemeinde, die fragt:
Wie leben wir unseren Glauben konkret – mitten in der Welt?
Für Matthäus ist klar: Glaube zeigt sich nicht nur in Worten, sondern im Tun.
Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Verantwortung füreinander – das sind für ihn keine abstrakten Ideale, sondern konkrete Wegmarken für den Alltag.
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Abbildung des Evangelisten
Matthäus im Kölner Dom
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Ein Schatz für unsere Gemeinde heute
Das Lesejahr A lädt uns als Gemeinde im Kölner Norden ein,
• neu auf Jesu Worte zu hören,
• unseren Glauben im Alltag zu überprüfen,
• miteinander im Gespräch zu bleiben – in Gottesdiensten, Gruppen und persönlichen Begegnungen.
Der jährliche Wechsel der Evangelien bringt Abwechslung in unsere Liturgie und bewahrt uns davor, uns an bekannte Texte zu gewöhnen. Stattdessen werden wir immer wieder neu angesprochen, herausgefordert und ermutigt.
So ist der Beginn des Lesejahres A auch für unsere Gemeinde eine Einladung:
Gottes Wort Raum zu geben – mitten unter uns, mitten in Köln, mitten im Leben.
Der Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt (7.1.2026)
Fotos: Gerwens
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