Die Spitze des Karnevalszuges
in Esch am Karnevalssonntag


 

Der Karneval auch in unseren Orten im Kölner Norden geht seinem Höhepunkt entgegen - und da überrascht eine
Meldung des Kölner Domradios vom 5. Februar in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft eigentlich nur auf den ersten Blick: Fast ein Drittel der Bevölkerung kennt den religiösen Ursprung von Karneval nicht und ein Drittel weiß ungefähr, dass Karneval einen religiösen Hintergrund hat. Vor dem Hintergrund muss man dann wahrscheinlich auch Aktivitäten wie 'Jeck im Sunnesching' mitten im Sommer sehen, weil der ursprüngliche Hintergrund von Karneval immer mehr verloren geht.

Zum Glück wird seit Jahrhunderten vor Beginn der christlichen Fastenzeit an Aschermittwoch noch einmal kräftig gefeiert - ganz gleich, ob man es Karneval, Fasching oder Fastnacht nennt. Auffällig ist, dass viele Karnevalshochburgen in (ehem.) stark christlich geprägten Regionen des Landes liegen.

Wenn es Karneval also bisher noch nicht gäbe - vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund gäbe es vermutlich keine Chance mehr, dass so ein Fest bzw. Brauchtum heute neu entstehen könnte. Da haben wir wohl wirklich Glück gehabt ...

Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine hat in seiner Predigt beim inzwischen etablierten ökumenischen Gottesdienst für die Karnevalisten im Kölner Dom den Blick darauf gerichtet, dass dieses Motto auch eine gute Gelegenheit bietet, sowohl über das Miteinander im Karneval, aber auch im Alltag darüber hinaus nachzudenken. Die gelebte Gemeinschaft bei vielen Anlässen im Karneval seien ein Abbild des biblischen Bildes vom Leib mit vielen Gliedern; zahlreiche kölsche Karnevalslieder spiegeln für ihn die gemeinsam getragenen Werte. Für den Stadtdechant ist Karneval Ausdruck christlicher Grundhaltungen wie Nächstenliebe, Gemeinschaft und Verantwortungsbereitschaft.

Welchen hohen Stellenwert das Ehrenamt hat und wie wichtig es ist, das kennen wir aus unserem Gemeindeleben, das auch in sehr großen Anteilen von engagierten Ehrenamtlichen getragen und gestaltet wird. Und das ehrenamtliche Engagement ist ein elementarer Faktor (wenn nicht sogar mit der wichtigste), wenn unsere Gemeinden vor Ort in Zukunft lebendige und attraktive Orte von authentisch gelebter Glaubensgemeinschaft bleiben sollen.

Insofern ist das Kölner Motto in diesem Jahr ein mehr als begrüßenswertes Thema, das das Ehrenamt vielleicht wieder ein bisschen attraktiver macht und mehr Leute ermutigt, sich zu engagieren - egal ob im Karneval, im Sportverein, in der Kirchengemeinde oder wo auch immer. Bei ehrenamtlichem Engagement bekommt man eigentlich immer (oft deutlich) mehr zurück geschenkt als man selbst investiert hat. Zudem kann man neue nette Leute kennenlernen, neues ausprobieren, spannende Dinge erleben, interessante Erfahrungen machen, und ... und ... und. Wie wär's, hätten Sie nicht auch Lust mitzumachen?

 

Inzwischen wieder Tradition
in der Escher Pfarrkirche:
die jährliche Kölsch-Messe

Fotos: Gerwens


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