Vom 1. September bis zum 4. Oktober dauert in diesem Jahr die ökumenische Schöpfungszeit. Am 4. September lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) dazu ein, den Tag der Schöpfung zu begehen. Mit einer eindringlichen Frage aus dem Buch Hiob steht der Schöpfungstag im Jahr 2026 unter einem besonderen Vorzeichen: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) Diese Frage Gottes an den Menschen öffnet einen Raum des Staunens – und zugleich der Selbstbegrenzung. Sie erinnert daran, dass die Schöpfung nicht verfügbar ist, sondern Geschenk und Geheimnis bleibt.
Das Motto verbindet drei Haltungen, die für christliche Schöpfungsverantwortung grundlegend sind: Staunen, Erkenntnis und Demut. Gerade in einer Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse wachsen und technische Möglichkeiten zunehmen, bleibt die Schöpfung größer als unser Zugriff.
| |

Fotos: Pixabay |
Der Mensch erkennt viel – und versteht doch nie alles. Daraus erwächst keine Resignation, sondern eine Haltung der Verantwortung:
Die Erde ist uns anvertraut.
Der Ökumenische Tag der Schöpfung, der seit 2010 jährlich am ersten Freitag im September begangen wird, verbindet genau diese Dimensionen: Lob des Schöpfers, Umkehr angesichts der Zerstörung der Natur und konkrete Schritte zu ihrem Schutz.
|

| |
Der Tag der Schöpfung steht nicht für sich allein, sondern ist Teil der sogenannten Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franziskus. In diesem Zeitraum sind Christen weltweit eingeladen, sich neu auf ihre Verantwortung für Gottes Schöpfung zu besinnen. Den Auftakt bildet der Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September, den Papst Franziskus im Anschluss an die orthodoxe Kirche eingeführt hat.
Text: Pfarrbriefservice.de |
Papst Leo XIV. hat bei einer Messe am 1. September in Castel Gandolfo zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung in seiner Predigt u.a. diesen Impuls mitgegeben:
"Während wir heute Abend der Einladung folgen, innezuhalten und vor den Werken Gottes nachzudenken, beginnen wir die "Schöpfungszeit", einen fünfwöchigen Zeitraum, der dem Gebet und dem Engagement für die Bewahrung unseres "gemeinsamen Hauses" gewidmet ist. Lasst uns daher heute und an den kommenden Tagen ein paar Minuten Pause vom Trubel des Alltags einlegen, um die große Harmonie zu genießen, deren Teil wir sind. Stellen wir für all die Geräusche menschlicher Werke die "Stummschaltung" ein, um der wohlklingenden Stimme der Schöpfung zu lauschen, durch die Gott, der Schöpfer aller Dinge, zu uns spricht."
Zum Schluss seiner Predigt knüpft er an das aktuelle 800jährige Jubiläumsjahr des Heiligen Franz von Assisi an:
"Verbinden wir uns also im Geiste mit dem „Poverello“ von Assisi und machen wir uns seinen Lobgesang zu eigen:
Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne.
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne.
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind.
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser.
Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer.
Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt.
Lasst uns zusammen mit dem heiligen Franz von Assisi unser Engagement erneuern, jene universale Geschwisterlichkeit zu leben und zu fördern, die mit der Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren, untrennbar verbunden ist."
Quelle: VaticanNews
|